Unsere Reise zum NIO Day 2025

Unsere Reise zum NIO Day 2025 führte uns nach Shanghai, Hefei und Hangzhou. Also mitten ins Herz der NIO Community. Zwischen futuristischen Fahrzeugen, digitalen Erlebnissen und herzlichen Begegnungen mit NIO Usern erlebten wir ein Event, das weit mehr war als eine Produktpräsentation: ein Fest der Gemeinschaft.
Der NIO Day ist das größte jährliche Event von NIO, bei dem neue Fahrzeuge, Innovationen und Unternehmensvisionen vorgestellt werden. Gleichzeitig ist es ein großes Community-Fest, das die Nutzerinnen und Nutzer in den Mittelpunkt stellt und die Community verbindet. Auch ich als UAB-Mitglied war dieses Jahr zum NIO Day nach Hangzhou, China eingeladen, und bin dieser Einladung voller Tatendrang nachgekommen.
Das NIO User Advisory Board (UAB) ist ein Gremium aus NIO-Nutzern, das den Hersteller aktiv mit Feedback, Ideen und Perspektiven unterstützt. Ziel ist es, die Produkte, Services und Community-Aktivitäten gemeinsam weiterzuentwickeln.
Einladung nach China – ein besonderes Erlebnis
Als europäischer NIO User ist eine Einladung zum NIO Day eine ganz besondere Ehre. Schon die Vorfreude war riesig und auch die Aufregung, schließlich lag eine Reise in ein Land vor uns, das kulturell und technologisch in vielerlei Hinsicht beeindruckt.
Mit meinem neuen NIO Life Alu-Koffer startete ich in Dresden, flog zunächst nach Frankfurt und von dort direkt nach Shanghai. Allein der Gedanke an eine völlig andere Sprache, Kultur und Infrastruktur ließ den Puls steigen. Daraufhin meldete meine Apple Watch meldete einen erhöhten Herzschlag.
Ankunft in Shanghai: Erste Eindrücke einer Megacity
Der Blick aus dem Flugzeugfenster kurz vor der Landung war überwältigend: endlose Hochhauslandschaften, beeindruckende Infrastruktur, ein Gefühl von Dynamik und Zukunft. Die Einreise verlief reibungslos, und kurz darauf traf ich bereits andere Mitglieder unserer Gruppe. Gemeinsam ging es mit dem Transrapid in die Stadt. Ein faszinierendes Erlebnis, da diese deutsche Technologie in China seit vielen Jahren zuverlässig im Einsatz ist, während sie bei uns in Europa nie den Durchbruch geschafft hat. Die Geschwindigkeit und der Komfort fühlten sich futuristisch an, obwohl das System schon Jahrzehnte alt ist.
Vom Hotelzimmer aus bot sich ein atemberaubender Blick auf die Skyline Shanghais. Lange verweilen konnten wir dort aber nicht, denn unser Programm startete sofort: Wir wollten die chinesische Automobilwelt besser verstehen und vergleichen. Schon bald wurde deutlich, dass NIO in China technologisch deutlich weiter ist als in Europa. Fahrzeuge, die bei uns noch modern wirken, sind dort bereits in der nächsten Generation verfügbar. Sowohl in Software als auch in Hardware!
Ein Highlight war der Besuch im allerersten NIO House in Shanghai. Dort erhielten wir die beliebten Sammlermagnete und hatten Gelegenheit, den neuen ES8 genauer unter die Lupe zu nehmen. Der große SUV überzeugte mit sechs Sitzen, einem beeindruckenden Bildschirm, komfortablen Massagesitzen, Belüftung, Beheizung und einer variablen Sitzanordnung. Besonders praktisch: der große Frunk, der zusätzlichen Stauraum bietet.
Digitale Erlebnisse: Vom Roboter-Lieferdienst bis zur Sprachbarriere
Neben den Fahrzeugen begeisterte uns auch die Digitalisierung des Alltags in China. Essen und Getränke konnten wir rund um die Uhr per App bestellen und die Lieferung erfolgte direkt bis ans Hotelzimmer, teils sogar von Robotern. Gleichzeitig zeigte sich, dass Englisch im Alltag wenig weiterhilft. Übersetzungsfunktionen auf dem Smartphone waren daher ständige Begleiter, auch wenn die Ergebnisse manchmal eher rätselhaft als hilfreich waren. Durch die fremden Schriftzeichen, war die Bildübersetzungsfunktion im iPhone ein wahrer Segen, die ganz zuverlässig funktioniert hat. Mit Google-Diensten kommt man in China nicht allzu weit. Für iPhone-Nutzer bleibt aber alles fast wie gewohnt. Dennoch haben wir natürlich auch die chinesischen Apps ausgiebig genutzt, von Amap für Karten bis AliPay mit Mini-Apps von Bezahlung bis Taxi-Bestellung.
Onvo, NIO EC6 und andere Marken im Vergleich
Wir nutzten die Gelegenheit, uns die neue Submarke Onvo näher anzusehen, insbesondere den Onvo L90. Ein High-End-Familien-SUV mit großem Komfort und starker Ausstattung. Im NIO Kosmos ist Onvo eher die familienorientierte Marke und entspricht meiner Meinung nach immer noch dem Premium-Segment von Qualität und Verarbeitung. NIO platziert sich dann im Luxus-Segment darüber. Eine kluge Strategie, wie die Verkaufszahlen in China belegen.
Ebenso spannend war der Blick auf Modelle, die es in Europa (noch) nicht gibt, wie den NIO EC6. Der EC6 ist ein SUV-Coupé, und bei NIO auch sehr beliebt. Wir haben zahlreiche solcher Varianten auf den Straßen gesehen. Der Unterschied zwischen den Standard-SUV Modellen und den EC-Modellen ist das Coupé-artige Heck, sowie das Glaspanorama-Dach anstelle eines Panoramaschiebedaches.
Darüber hinaus besuchten wir Showrooms anderer chinesischer Hersteller wie Aito (Huawei), Xpeng, Denza, Voyah, Li Auto, IM, Xiaomi und einigen anderen. Im direkten Vergleich zeigte sich: NIO punktet durch ein ausgewogenes Premium-Erlebnis, das nicht auf übertrieben viele Bildschirme setzt, sondern mit dezenten Displays, hochwertigen Materialien und einem großen Head-Up-Display überzeugt. Die anderen Fahrzeuge bietet auch sehr interessante Konzepte, insbesondere durch einen unschlagbaren Preis. Allerdings stellt sich mir die Frage, wie es um die Haltbarkeit einige Ideen und Konzepte bestellt ist. Von Beamern im Innenraum bis hin zum Bildschirm im Lenkrad haben wir alles gesehen.
Gerade meine Kernmetriken außerhalb vom Fahrgefühl wie Sitzkomfort-Funktionen (Belüftung, Massage) sowie die Soundqualität zeigen, dass NIO viel Abstand zur Konkurrenz hat. Gerade bei Li Auto war ich vom Sound sehr enttäuscht. Die neuen Modelle von Xpeng wiederum haben im Sound deutlich zugelegt. Auch das System mit den Fragrance-Einsätzen für die Innenraumbelüftung, welches NIO schon viele Jahre bietet, haben sich andere wie Xpeng nun abgeschaut.
Luxusklasse: der NIO ET9
Ein weiteres Highlight war die Begegnung mit dem ET9, dem neuen Luxus-Flaggschiff von NIO. Besonders beeindruckend: das adaptive Fahrwerk, das sogar beim Gaming im Auto Feedback vermittelt – ganz ohne Bewegung der Räder. Hier wurde klar, dass NIO konsequent Innovation mit Komfort verbindet. Und das mit starken Partnern, im Fall des Fahrwerks ist das nämlich Clearmotion, sowie die Steer-by-Wire Lenkung mit ZF. Natürlich hatte ich auch die Gelegenheit den ET9 zu fahren, einmal enges Einparken zu meistern. Dank der Lenkung kinderleicht, trotz der Fahrzeuglänge von 5,32 Metern.



Der User Market: Kreativität und Herzlichkeit der Community
Der NIO Day beginnt traditionell schon am Vortag mit dem User Market und dem User Gala Dinner. Hier haben NIO Nutzer die Möglichkeit, eigene Stände aufzubauen und selbstgemachte Produkte anzubieten. Von handgemalten Grußkarten kleiner Mädchen über Hundekekse bis hin zu Nomi-Hüten war alles dabei.
Besonders beeindruckend war die Herzlichkeit, mit der wir empfangen wurden. Zahlreiche kleine Geschenke wurden von Usern für User weitergegeben. Für mich ist das ein Ausdruck von Gemeinschaft, wie man ihn in Europa kaum kennt. Obwohl auch wir in Deutschland eine engagierte NIO Community haben, wurde hier deutlich: In China erreicht diese Gemeinschaft eine ganz andere Dimension. NIO ist in China eine ganz andere, gefestigte Größe im Automobilmarkt.
Gala Dinner: Ein kulinarisches Abenteuer
Am Abend folgte das Gala Dinner, ebenfalls von der Community organisiert. Unternehmen aus der NIO Community stellten Preise für eine Tombola und Geschenke für alle zur Verfügung, und wieder durften wir uns über viele Geschenke freuen.
Das gemeinsame Essen war ein kulturelles Highlight: An runden Tischen wurden verschiedenste Speisen serviert. Von Lotuswurzel über Hühnerfüße bis hin zu Quallen. Durch das Drehen der großen Tischplatte konnte sich jeder nach Belieben bedienen. Auch ein traditioneller chinesischer Schnaps durfte nicht fehlen. Für mich war es wichtig, diese kulinarische Vielfalt zu probieren, als Zeichen der Dankbarkeit dafür, wie herzlich wir in die Kultur eingebunden wurden. Ich kann auf jeden Fall mit stolz sagen, dass ich alles probiert habe, und auch froh darüber bin. Mir hat fast alles geschmeckt, wenngleich die Schärfe für mich als Europäer sehr ungewohnt war. Praktisch, dass immer Milch zur Seite stand, um das Feuer zu löschen.
Der NIO Day: Ein Fest der Gemeinschaft
Der eigentliche NIO Day begann mit einem erneuten Community-Markt, auf dem sich nicht nur Produkte, sondern auch Sub-Communities präsentierten. So gab es etwa eine NIO-Sportgemeinschaft (Fußball und Wassersport), eine Gruppe für Fahrsimulatoren oder auch eine Community von Rettungssanitätern. Die Vielfalt und der Zusammenhalt waren beeindruckend.
Trotz Sprachbarriere fanden wir dank Übersetzungs-Apps und der Unterstützung unserer Begleiterin aus Amsterdam immer wieder Wege, uns mit den chinesischen NIO Nutzern auszutauschen. Der herzliche Empfang hat uns tief berührt.
Höhepunkt war die große NIO Day Präsentation in einer riesigen Messehalle. Synchronisierte Leuchtstäbe, die per Funk gesteuert wurden, verwandelten den Saal in ein beeindruckendes Lichtermeer. Musikalische Auftritte und sogar eine Band von NIO Usern, die den offiziellen Teamsong aufführte, machten die Veranstaltung zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Besonders beeindruckend war, dass nicht nur das Unternehmen selbst auftrat, sondern die Community aktiv in das Programm eingebunden war. Schon zu Beginn berichtete NIO über User und gemeinsame Erfolge. Das ist ein starkes Zeichen für die enge Verbindung zwischen Marke und den Usern.
Natürlich gab es auch wichtige Neuigkeiten:
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Der NIO ET9 wurde in der neuen Ausstattungslinie Horizon Edition vorgestellt.
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Der ES8 erhielt seine finale Präsentation mit konkretem Bestell- und Lieferstart.
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Zusätzlich wurden die Preise für den ET9 und den ES8 gesenkt. Ein Ergebnis von Skaleneffekten und konsequenter Entwicklung, ohne dass die Marge deutlich reduziert werden musste.
Die Resonanz zeigte, dass NIO mit diesen Schritten genau den Nerv der Community und des Marktes getroffen hat.

Fazit – Zurück nach Europa, zurück in die Vergangenheit
Nach intensiven Tagen voller Eindrücke kehrten wir schließlich zurück nach Deutschland. Der Kontrast war spürbar: Von futuristischen Technologien, hochdigitalisiertem Alltag und innovativen Fahrzeugen zurück in den europäischen Alltag, der im Vergleich fast antiquiert wirkt. Unsere Reise zum NIO Day 2025 hat uns gezeigt, wie weit China in vielen Bereichen voraus ist. Der Transrapid ist ein Paradebeispiel: Bei uns gab es nur Probleme und Hindernisse, keiner wollte ihn haben. In China schmiegt sich der Transrapid ins Verkehrskonzept ein und kann seit Jahrzehnten beweisen, wie gut das System funktioniert. Nach meinem Eindruck denken die Chinesen sehr lösungsorientiert und nicht nur in Problemen, wie wir deutschen es gern tun. Das habe ich mir als Denkanstoß auf jeden Fall mitgenommen, von meiner Reise in die Zukunft.











